Dienstag, 1. November 2011

iCloud wird zum sozialen Netzwerk von Apple

Apple hat mit iCloud grössere Ziele als seinen Benutzern einen komfortablen Online-Speicherdienst anzubieten. iCloud wird Apples soziales Netzwerk, Stück für Stück wird es aufgebaut, in strategisch umgekehrter Reihenfolge als die Konkurrenten Facebook und Google+: Sind die Daten einmal auf den Servern von Apple gespeichert, ist es für die Benutzer bequemer, diese direkt dort freizugeben, als den Umweg über Facebook oder Google+ zu wählen. Apple verfolgt also die Strategie, zuerst die Daten der Benutzer zu sammeln, um sie dann automatisch in ein neues soziales Netzwerk zu integrieren.


Mit ersten Versuchen eines an Latitude angelehnten Services (s. Abb.) unterstreicht Apple diesen Plan. 







Wie im Post Verschmelzung von sozialen Netzwerken und Plattformen für Mobiltelefone beschrieben, fehlt Apple nämlich genau noch jenes Puzzle-Teil. 

Prognose 2011.2: Bereits 2012 erhält iCloud wesentliche soziale Funktionen, die das Teilen und Kommentieren von Inhalten ermöglicht. Im Jahr 2013 wird iCloud zum vollwertigen sozialen Netzwerk.
Unklar ist, ob Apple iCloud auch für andere Clients öffnen wird. D.h. es muss früher oder später auch eine iCloud-App für Android und Windows-Phone 7 geben. Dieser Schritt ist zwingend, um über die Grenzen der iOS-Welt hinaus Erfolg zu haben.

Freitag, 15. Juli 2011

Verschmelzung von Social Networks mit Plattformen für Mobiltelefone

Seit Jahren gibt es einen Kampf um die Vormachtstellung bei sozialen Netzwerken. Oder wurde er längst von Facebook gewonnen? Möglicherweise nicht. Vor drei Wochen wurde Google Plus (Google+) ins Rennen geschickt und hat bereits erste Teilerfolge erzielt: Mehr als 10 Millionen Nutzer in kurzer Zeit (Facebook hat immer noch 75x mehr).

Ich möchte diesen Zusammenhang aus einer anderen Perspektive beleuchten - der Sicht der mobilen Plattformen. Wir werden sehen, dass sich hier ein Puzzle langsam zusammensetzt:
Prognose 2011.1a: 2014 wird das Kontaktmanagement von Smartphones nicht nur eng an soziale Netzwerke gebunden, sondern komplett zusammengeführt. Natürlich wird es eine einfache Möglichkeit geben, sein Profil zu anonymisieren.
Darauf aufbauend werden neben E-Mail, Instant-Messaging, Walls/Streams und Sharing-Funktionen eine Reihe von weiteren Services zunehmend an Bedeutung gewinnen:

  • Webbasierte Telefon- und Videogespräche (inkl. Konferenzgespräche)
  • Social Shopping / Mobile Payment
  • Social Search / Advertising (auf diesen Punkt gehe ich hier nicht weiter ein)
Doch welche Plattformen und welche Features setzen sich durch? Über diese Frage kann man zur Zeit nur spekulieren. Tun wir es. 


Die Grafik beleuchtet nur die Aspekte rund um das Kontaktmanagement und Social Commerce. Freilich könnte der Vergleich auf die zugrunde liegenden Cloud-Dienste, Navigationssysteme u.v.m. ausgeweitet werden.

  • Android. Noch fehlt die Integration von Google+ (inkl. Hangouts), als auch Google Voice und Wallet - doch die Services sind allesamt vorbereitet. Android ist damit (zum jetzigen Zeitpunkt) die einzige Plattform, die alle Services aus einer Hand anbieten kann.
  • iPhone. Mit Facetime hat Apple die Basis für einen eigenen, erweiterten Kommunikationsbereich bereitgestellt, wenn auch noch die vollständige Integration in SMS, E-Mail etc. noch fehlt (aber zu erwarten ist). Dem iOS mangelt es aber an anderer Stelle: Apple fehlt ein eigenes soziales Netzwerk (Facebook ist enger mit Microsoft verstrickt, so dass die bei sich verhärtenden Fronten zum Nachteil von Apple werden kann). Sollte Android den sich andeutenden Erfolg mit Google+ bestätigen können, ist seitens Apple ein eigenes soziales Netzwerk zu erwarten.
  • Windows Phone 7 (später 8, 9). Vor wenigen Wochen hat Microsoft mit dem Kauf von Skype einen Meilenstein für ein umfassendes Kommunikationstool verkündet - bereits in Windows Phone 8 erwarte ich eine Integration. Unter dem Aspekt meiner These macht der Kauf von Microsoft durchaus Sinn. Sollte es Microsoft gelingen, die Minderheitbeteiligung an Facebook zu verstärken und das soziale Netzwerk enger an die eigenen Plattformen zu binden, könnte Windows Phone Kopf an Kopf mit Android und iPhone mithalten.
  • Andere. Die Karten sind noch nicht fertig gemischt. Es gibt noch einige andere wichtige Player auf dem Markt, sowohl bei den Plattformen als auch bei den Service Providern. Gerade im Business-Bereich könnten Plattformen wie Blackberry oder WebOS (von HP) eine bedeutende Rolle spielen. Auch die (oft professionell genutzten) sozialen Netzwerke Xing und Twitter verdienen Beachtung. Eine Prognose "wer mit wem" möchte ich heute darum noch nicht aufstellen, die verschärfte Konkurrenzsituation könnte   oder sogar durch einen bisher unbeachteten Marktteilnehmer noch aufgemischt werden (wie wäre es z.B. mit Visa oder Mastercard?). Mehr oder weniger gesichert scheint für mich folgende, allgemeine Tendenz:
Prognose 2011.1b: 2014 wird es 3-4 grosse Smartphone-Plattformen geben, die aus mindestens folgenden Komponenten bestehen: (1) ein soziales Netzwerk (vgl. 2011.1a), (2) webbasierte Kommunikationszentrale für Mail, Messaging, Audio- und Videogespräche und Sharing-Funktionen (globale Anbieter; möglicherweise teilkonzessioniert durch nationale Telco-Anbietern), (3) integrierte Zahlungsfunktionalität für Online-und Real-World-Shopping mit sozialer Komponente (Bewertungen, Empfehlungen etc).

Es ist zu vermuten, dass diese Annahmen auch auf Tablet Computer übertragen werden können - hierzu möchte ich zu einem späteren Zeitpunkt gesondert berichten.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Navigationsysteme mit Strassenansichten

Nach Google Streetview hat Bing vor einer Weile das Konkurrenzprodukt Streetside angekündigt. Wie in anderen Artikeln bereits angesprochen, eröffnet das System beiden Konzernen und letztendlich auch den Nutzern neue Möglichkeiten (mal abgesehen von den Datenschutz-Bedenken).

Wer mit der Navigationssoftware von Android (ab Version 2.1) navigiert, der kann schon seit längerem den Zielort per Streetview erkunden. Für eine noch bessere Einbettung von Streetview hat es bis jetzt nicht gereicht. Hierfür gäbe es aber genügend Gründe. Schon seit längerem bieten die führenden Hersteller von Navigationsgeräten sogenannte "Spurassistenten" an:

Garmin:

Tomtom:

Navigon:

Ohne zu verneinen, dass Abstraktionen aus psychologischer Perpektive die Lesbarkeit einer Grafik vereinfachen können, gibt es immer wieder Situationen, in denen die Spurassistenten zu Missverständnissen führen. Eine reale Abbildung könnte diese verringern, wenn sie gut umgesetzt ist.


Wenn reale Daten von den meisten Strassen zur Verfügung stehen, ist es eine Frage der Zeit bis sie ihren Weg in die Navigationsysteme finden. Freilich ist zu erwarten, dass die Strassenansicht in wenigen Jahren als zusätzliche Ansicht für die gesamte Route zur Verfügung steht (und dort wie ein Video abläuft - allfällige störende Fahrzeuge werden durch Überlagerung mehrer Fotos eliminiert).

Microsofts Streetside haben wir zu verdanken, dass weitere Innovationen relativ schnell zu erwarten sind - die Konkurrenzsituation ist auch gewinnbringend für die Nutzer von Streetview.

Prognose 2010.1a:2013 werden reale Strassenansichten als zusätzliche Ansichten für Spurassistenten zur Verfügung stehen.

Prognose 2010.1b:2015 werden die kompletten Routen von Navigationssystemen zusätzlich reale Strassenansichten als zusätzliche Ansicht anbieten.



Mittwoch, 29. April 2009

Zeitgemässe Verkehrsmeldungen und Erstellung von Strassenkarten

TMC, ITS oder ASTRA. Hinter diesen Akronymen verstecken sich Verkehrsmeldungssysteme. Diese verbinden sich aktuell vermehrt mit Webdiensten. In den USA, Grossbritannien und Frankreich bietet Google Verkehrsinformationen direkt auf google maps an (Beispiel aus Frankreich ansehen). Hier hat der Benutzer sogar die Möglichkeit, für eine gewünschte Uhrzeit das Verkehrsaufkommen abzuschätzen.

Ein Testbericht zu einem aktuellen Tomtom-Premium-Gerät meint: "Die neue Generation der Tomtom-Geräte berechnet die Ankunftszeiten genauer als ältere Modelle. Verantwortlich dafür ist IQ-Routes, eine Technik, die auch Wochentag und Uhrzeit für die Berechnug berücksichtigt. Die Navigations-Software der verschiedenen Hersteller nimmt für jede Straße eine Durchschnittsgeschwindigkeit an, multipliziert diese mit der Länge der Strecke und errechnet daraus die Ankunftszeit. Doch die Tatsache, dass am Sonntagmorgen der Verkehr schneller rollt als freitagabends zur Rush-Hour, lassen bislang sämtliche Systeme unberücksichtigt. Hier setzt Tomtom an: Für IQ-Routes hat der niederländische Hersteller die tatsächlichen Geschwindigkeiten aufgezeichnet."

Nein, das sind nicht die neusten Zukunftsprognosen. Was Tomtom als IQ-Routes verkauft ist nichts anderes als eine Phi-mal-Daumen-Rechnung. Das Mobile Millenium Project zeigt, wie Verkehrfinformationen (ITS) heutzutage längst übermittelt werden könnten: Mobiltelefone mit GPS sammeln Daten über den Weg zur Arbeit und zurück und senden sie an ein zentrales System. Das integriert sie dann in ein mathematisches Modell, das die Verkehrsbewegungen in Echtzeit abschätzt. Hinter dem Projekt steht Prof. Alexandre Bayen, der in folgendem Video für interessierte Leser Hintergründe seines Ansatzes beleuchtet:




Ein Ansatz mit glänzenden Perspektiven. Folgende Gesichtspunkte und Fragen seien ergänzt:

  • Das System ist in der Lage aufgrund des durch die GPS-Signale übermittelten Fahrmusters der sendenden Fahrzeuge automatisch Baustellen, provisorische Ampeln und andere Verkehränderungen
  • Können aufgrund von typischem Fahrverhalten (sofern diese mit GPS-Signalen messbar sind) auch Gefahrensituationen erkannt werden?
  • Das System ermöglicht Routenempfehlungen aufgrund von Verkehrsdaten in Echtzeit - die Qualität der Reisezeitberechnung und von Umfahrungsempfehlungen verbessert sich entscheidend.
  • Die GPS Empfänger senden Daten anonymisiert zurück an den Traffic-Info-Provider (aus Datenschutzgründen).

Prognose 2009.5a:2013 gibt es interaktive Navigationssysteme und/oder GPS-fähige Handys, die viel bessere Verkehrsinformationen und darauf beruhende Routenempfehlungen liefern


Erstellung von Strassenkarten
Auch die Karten können über ein einfaches, regelbasiertes System dynamisch von den GPS-Sendern erstellt werden - dies ist zuverlässiger, als aktuelle Ansätze wie benutzergenerierte Karten oder das Abfahren des Streckennetzes durch den Kartenanbieter (wie es aktuell von verschiedenen Herstellern mit Millionenaufwand betrieben wird). Die Regeln & Features des neuen Systems könnten z. B. wie folgt lauten:

  • Sobald mehr als 20 Fahrzeuge in 5 Tagen eine neue Route wählen, wird die von den GPS-Sendern übermittelte Route als Strasse identifiziert und den Navigationssystemen als Kartenmaterial zur Verfügung gestellt.
  • Die Namen der Strassen und POI werden (wie bis anhin) von den Benutzern ergänzt.
  • Allfällige Fehler des Systems (z. B. ignorierte Fahrverbote) können durch Benutzerrückmeldungen korrigiert werden (social feedback cycle).


Prognose 2009.5b: 2015 wird das bestehende Kartenmaterial dynamisch durch GPS-Sender ergänzt und über soziales Feedback korrigiert.

Montag, 2. Februar 2009

Cloud Computing: Verliert die lokale Festplatte ihre Bedeutung?

Cloud Computing ist für viele Fachleute das Schlagwort für das Jahr 2009. Dieses "Rechnen in der Wolke" bedeutet soviel wie die Verlagerung von Anwendungen und Daten vom lokalen Rechner auf eine unbestimmte Anzahl entfernter Systeme - im Idealfall abhängig von der erforderten Leistung. Elastic Compute Cloud (EC2 von Amazon), Windows Azure (von Microsoft), App Engine (von Google) und Blue Cloud (von IBM) heissen deren prominente Vertreter.

Klassische Anwendungen der "Cloud" sind z.B. Google Text & Tabellen, Zoho Creator, Groupware-Systeme von Zimbra oder eine Reihe spezifischer SaaS-Anwendungen von Etelos. Auch Salesforce, der Marktführer im Bereich CRM schreibt sich seit kurzem ein fettes "No Software" auf die Flagge. Nicht zuletzt die Bewegung von Microsoft Office in Richtung Wolke alias Microsoft Office Live (dies trotz einem Quasi-Monopol im Bereich Bürosoftware) unterstreicht, dass sich Experten längst einig sind: Die Zukunft gehört Cloud Computing.

Sind aber auch die Tage der lokalen Festplatte als Datenspeicher gezählt? Antwort: Ja.

Bereits heute steht Online-Speicherplatz in Hülle und Fülle zur Verfügung: z.B. bei www.jungledisk.com (Amazon S3), skydrive.com (Microsoft), mydrive.ch, box.net, xdrive.com oder bei www.wuala.com experimentell über private Rechner verteilt. Zum richtigen Durchbruch reichte es bis jetzt noch nicht. Und daran sind heute nicht alleine noch allfällige Bandbreiteneinschränkungen die Ursache: Bei einigen Anbietern besteht z. B. das Problem, dass sich die Dateien nicht direkt online öffnen und speichern lassen - oder aber die zur Nutzung zu installierende Software mach die Handhabung zu umständlich. Aber auch besser integrierte Systeme wie Office Live-Workspace von Microsoft werden daran vorerst nichts ändern. So lassen sich in der aktuellen Form bei Office Live Dateien kaum organisieren (z.B. keine Unterordner sowie Beschreibungen nur in Form von Kommentaren), der Zugriff von mobilen Geräten wird verweigert, zudem fehlt eine ausreichende Unterstützung von Produkten ausserhalb der Microsoft-Familie.

Zwei Unternehmen könnten hiervon profitieren: Amazon und Google. Konkret: Ich gehe davon aus, das Google in Kürze (möglicherweise bereits in wenigen Wochen) einen Service Namens gDrive veröffentlichen wird: Eine Online-Festplatte, die sich genauso einfach nutzen und teilen lässt, wie die lokale Festplatte auf Ihrem PC - von jedem PC und von jedem mobilen Endgerät (eine valable Internetverbindung vorausgesetzt). Auf die Funktionen und die Handhabbarkeit im Vergleich zur Konkurrenz bin ich gespannt. Als derzeit wichtigste Wolke wird Amazon ebenfalls mit einem Produkt aufwarten - hierzu später mehr.

Prognose 2009.2a: Google wir noch in diesem Jahr (2009) einen online-Speicherdienst veröffentlichen
Progrnose 2009.2b: Online-Speicherdienste werden bereits im Jahr 2011 einen beachtlichen Marktanteil erreichen. Vorerst vorwiegend im privaten Bereich, zunehmend aber auch bei Unternehmen.

Montag, 19. Januar 2009

Google Maps werden rasant wachsen

Als Anfahrtskarte auf Websites beinahe schon Standard, werden sich Google Maps im Internet, aber auch mobil rasant weiterverbreiten.


Größere Kartenansicht

Bereits heute bieten Google Maps folgende Features:
  • Seit über einem Jahr ermöglicht StreetView virtuelle Stadtrundgänge in den USA, seit Sommer 2008 auch in einigen Teilen von Frankreich und Italien (im letzten Herbst wurden StreetView-Fahrzeuge auch in Deutschland gesichtet - eine weitere Verbreitung steht kurz bevor). Versuchen Sie unten im Beispiel sich ganz einfach durch die Champs-Elysées in Paris zu bewegen: Ziehen und zoomen Sie das Bild und klicken Sie auf die Pfeile, um sich vor- und rückwärts zu bewegen.


    View Larger Map
  • Google Maps für mobile Anwendungen (iPhone, Android, ...)
  • Bereits heute können Google Maps als Routenplaner eingesetzt werden. Es werden sowohl Routen für Autos als auch Fussrouten berechnet - abhängig vom gewählten Ort auch Routen für den öffentlichen Verkehr.
  • Verkehrsmeldungen in ausgesuchten Städten, Beispiel: Aktuelle Verkehrsmeldungen für München. Es gibt auch Kooperationen von Google mit Herstellern von Navigationssystemen.
  • Es gibt immer mehr Webanwendungen, Portale oder sogenannte Mash-Ups, die Google Maps gezielt einsetzen: In der Schweiz sind dies z.B. local.ch für Telefonbücher, in Deutschland airline-direct.de aber natürlich noch Tausende mehr (Hier finden Sie 100 google map mash ups).
  • Google Maps bietet eine komfortable Suche nach Points of Interests. So versteht das Portal Begriffe wie "Pizza Oberwil" problemlos, während z.B. Live Maps von Microsoft hier keine Resultate zu zeigen vermag (gilt zumindest für die Suche in Europa).
  • Google Maps bietet die Möglichkeit, Point of Interests selbst einzutragen oder diese zu bewerten. Das hat sich bei der Hotelsuche für mich schon öfters ausbezahlt.
  • Benutzer können seit April 2007 eigene Karten (oder Werkzeuge dafür) erstellen und diese anderen Benutzern zur Verfügung stellen (auch Overlays genannt, hier ein paar Beispiele für zusätzliche Karteninhalte)
  • Eine vollständige Liste der Features kann ich in diesem Blog nicht bieten, aber ich bin sicher, ich habe einige vergessen.

Was macht die Konkurrenz?


Vor 5 Jahren benutzten noch die meisten Surfer map24.ch oder offline Software. Google Maps beeindruckt heute nicht nur durch die Geschwindigkeit sondern auch durch die Qualität und Quantität der kartenspezifischen Suchresultate. Nicht dass die Resultate von maps.live.com (Microsoft) und maps.yahoo.com (Yahoo) nicht beachtenswert wären - aber google scheint summa summarum einen Tritt voraus zu sein.
  • Ein grosser Vorteil von Microsoft Live Maps ist die Birdseye's View - die nicht nur schärfere Aufnahmen als Satelittenbilder bietet, sondern auch die bessere Perspektive (die Orientierung fällt leichter). Ähnlich wie Streetview wird diese Ansicht aber nur für ausgewählte Orte angeboten, musste Microsoft die entsprechenden Aufnahmen aufwändig per Flugzeug machen. Hier ein Beispiel aus Oberwil BL (Schweiz).
  • Wenn es um die Planung von Routen geht, ist google zwar bereits gut, kann aber von folgenden Firmen noch lernen: Der Schweizer Innovationspreisträger Routerank.com trumpft mit einer kombinierten Reiseroutensuche auf.
Wie geht es weiter?
Der einfache u
nd kostenlose Einsatz für eigene Anwendungen haben System. Google Maps ist bereits im Jahr 2008 mehr gewachsen, als von vielen angenommen. Ich gehe davon aus, dass sich dieses Wachstum nochmals beschleunigen wird.
Prognose 2009.1d: Google Maps wird rasant weiterwachsen und sich bis ins Jahr 2015 in immer mehr heterogene Alltagsanwendungen ausbreiten.
Prognose 2009.1e: Insbesondere im mobilen Bereich steht google maps eine grosse Zukunft bevor (erster erwarteter Höhepunkt für mobile Anwendungen: 2012).
Das Thema ist zu breit und zu vielfältig, um es in einem einzigen Beitrag vollständig abzudecken. Ich möchte hiermit vorerst nur die allgemeine Tendenz zum Wachstum der Anwendungen à la Google Maps festhalten. In späteren Beiträgen werde ich zu künftigen Möglichkeiten der ortsabhängigen Werbung in Karten Stellung nehmen.

Zum Schluss: Geoinformationen sind nicht für alles nützlich, und es wird auch viele vergebene Versuche geben, Google Maps oder Konkurrenzprodukte einzusetzen. Andere Dinge des Alltags werden sie vereinfachen.

Sonntag, 11. Januar 2009

Die TV-Sender der Zukunft kommen von Google, Microsoft und Apple

Die Deutsche Telekom zeigt auf der Website www.fernsehenderzukunft.de in Form von Ideen und Wünschen wie vielfältig die Zukunft des TVs von den Zuschauern gesehen wird:



Mehr Interaktivität und mehr Wahlmöglichkeiten sind in anderen (teilweise schon zur Realität gewordenen) Zukunftsvisionen die meistgenannten Schlagworte. Ich möchte an dieser Stelle den Fokus auf einen weniger diskutierten Trend legen, der meines Erachtens die Zukunft des TVs genauso massgeblich beeinflussen wird:

Die beiden Giganten google (youtube) und Microsoft (movies.msn.de) streamen seit Herbst 2008 ganze TV-Serien (youtube) oder Filme (msn) kostenlos im Internet - geplante Finanzierung: Werbung.
Prognose 2009.1c: Wir werden im Jahr 2017 eine beschränkte Zahl von globalen, interaktiven TV-Stationen haben (voraussichtlich von Google, Microsoft, Apple und evtl noch weiteren, wie z.B. wilmaa.com), die Verträge mit der Film- und Musikindustrie haben, aber auch mit Newsagenturen. Natürlich in fast allen Sprachen. Die heutigen privaten TV-Stationen organisieren sich neu als Produzenten von einzelnen nationalen oder regionalen Sendungen und verkaufen sie an die globalen TV-Giganten. Kleinere TV-Sender mit weniger oder ohne Eigenproduktionen verschwinden ganz (z.B. Kabel1, SuperRTL, etc.). Nischenprogramme werden von Channels innerhalb des Angebotes der TV-Giganten abgelöst.


Offen ist die Frage der Rolle der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten. Hier werden wohlmöglich ältere Sendeformen noch über längere Zeit konserviert - vorwiegend aus rechtlichen oder politischen Gründen. Die Produktionen dieser Sender werden vermutlich auch an die TV-Giganten verkauft - oder letztere bieten den öffentlich-rechtlichen Sendern Whitelabel-Angebote mit deren Channel.

Freitag, 2. Januar 2009

Wie lange gibt es noch SMS?

"Allein die Swisscom verzeichnete 47,6 Millionen SMS und MMS, die per Handy zum Jahreswechsel verschickt wurden, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagte. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine kleine Zunahme um 0,13 Prozent." (20minuten, 2.1.2009)

Andere Schweizer Zeitungen (Basler Zeitung) berichteten gestern noch von einer leichten Abnahme der Anzahl gesendeter SMS. Eine Stagnation erleben wir zur Zeit auf jeden Fall. Die SMS-Kommunikation hat ihren Höhepunkt erreicht und wird in absehbarer Zeit durch mobile Instant Messaging Systeme abgelöst.

Gründe:
  • Die Verbreitung der Mobiltelefone (mit SMS-Funktion) stagniert, der Boom mobiler Internet-Flatrates (Bedingung für mobiles Instant Messaging) steht erst bevor.
  • Applikationsshops für Mobiltelefone (iPhone, Android) beschleunigen die Entwicklung innovativer mobiler Anwendungen markant.
  • Die stark verbreiteten sozialen Netzwerke facebook und myspace bieten bereits Instant Messaging an: Wenn die entsprechenden Applikationen (a) zuverlässig mobil verfügbar und (b) Smartphones mit Flatrates in der Zielgruppe verbreitet sind, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis diese zum favorisierten Kommunikationsmittel werden.
  • Die Träger-Zielgruppe des SMS-Booms überlappt sich stark mit den Zielgruppen der genannten sozialen Netzwerke.
Klar, mobiles Instant Messaging ist nicht neu. Es hat sich aber bis heute noch nicht durchgesetzt, auch wenn es mit Chat-Funktionen in Handys, Instant Ogo (MSN Live Messenger), gTalk, Skype und anderen mobilen Diensten in Ansätzen schon vor längerer Zeit mehr oder weniger erfolgreich versucht wurde. Die mobilen Applikationen sind oft noch zu umständlich und zu wenig benutzerfreundlich. Durch Usability-Studien verbesserte SMS-Funktionen (z.B. personenspezifische Historie wie im iPhone) wird das Ende der SMS-Kommunikation möglicherweise zu einem Wechsel von Technologie- und Kostenmodell im Hintergrund.

Prognose 2009.1.a:
In 5 Jahren (2014) hat die Zahl der geschriebenen SMS deutlich abgenommen, um in 10-15 Jahren (2019-2024) ganz zu verschwinden.

Prognose 2009.1.b:
Mobiles Instant Messaging wird SMS nach und nach ersetzen.