Cloud Computing ist für viele Fachleute das Schlagwort für das Jahr 2009. Dieses "Rechnen in der Wolke" bedeutet soviel wie die
Verlagerung von Anwendungen und Daten vom lokalen Rechner auf eine unbestimmte Anzahl entfernter Systeme - im Idealfall abhängig von der erforderten Leistung. Elastic Compute Cloud (EC2 von Amazon), Windows Azure (von Microsoft), App Engine (von Google) und Blue Cloud (von IBM) heissen deren prominente Vertreter.
Klassische Anwendungen der "Cloud" sind z.B.
Google Text & Tabellen,
Zoho Creator, Groupware-Systeme von
Zimbra oder eine Reihe spezifischer SaaS-Anwendungen von
Etelos. Auch
Salesforce, der Marktführer im Bereich CRM schreibt sich seit kurzem ein fettes "No Software" auf die Flagge. Nicht zuletzt die Bewegung von Microsoft Office in Richtung Wolke alias Microsoft Office Live (dies trotz einem Quasi-Monopol im Bereich Bürosoftware) unterstreicht, dass sich Experten längst einig sind: Die Zukunft gehört Cloud Computing.
Sind aber auch die Tage der lokalen Festplatte als Datenspeicher gezählt? Antwort: Ja.
Bereits heute steht Online-Speicherplatz in Hülle und Fülle zur Verfügung: z.B. bei
www.jungledisk.com (Amazon S3),
skydrive.com (Microsoft),
mydrive.ch,
box.net,
xdrive.com oder bei
www.wuala.com experimentell über private Rechner verteilt. Zum richtigen Durchbruch reichte es bis jetzt noch nicht. Und daran sind heute nicht alleine noch allfällige Bandbreiteneinschränkungen die Ursache: Bei einigen Anbietern besteht z. B. das Problem, dass sich die Dateien nicht direkt online öffnen und speichern lassen - oder aber die zur Nutzung zu installierende Software mach die Handhabung zu umständlich. Aber auch besser integrierte Systeme wie
Office Live-Workspace von Microsoft werden daran vorerst nichts ändern. So lassen sich in der aktuellen Form bei Office Live Dateien kaum organisieren (z.B. keine Unterordner sowie Beschreibungen nur in Form von Kommentaren), der Zugriff von mobilen Geräten wird verweigert, zudem fehlt eine ausreichende Unterstützung von Produkten ausserhalb der Microsoft-Familie.
Zwei Unternehmen könnten hiervon profitieren: Amazon und Google. Konkret: Ich gehe davon aus, das Google in Kürze (möglicherweise bereits in wenigen Wochen) einen Service Namens gDrive veröffentlichen wird: Eine Online-Festplatte, die sich genauso einfach nutzen und teilen lässt, wie die lokale Festplatte auf Ihrem PC - von jedem PC und von jedem mobilen Endgerät (eine valable Internetverbindung vorausgesetzt). Auf die Funktionen und die Handhabbarkeit im Vergleich zur Konkurrenz bin ich gespannt. Als derzeit wichtigste Wolke wird Amazon ebenfalls mit einem Produkt aufwarten - hierzu später mehr.
Prognose 2009.2a: Google wir noch in diesem Jahr (2009) einen online-Speicherdienst veröffentlichen
Progrnose 2009.2b: Online-Speicherdienste werden bereits im Jahr 2011 einen beachtlichen Marktanteil erreichen. Vorerst vorwiegend im privaten Bereich, zunehmend aber auch bei Unternehmen.